Mittwoch, 10. Mai 2017

Lebensmittelverschwendung = Geldverschwendung

Schalen einer Wassermelone
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht in die Offensive. Mit der Kampagne "Zu gut für die Tonne" wird jedem einzelnen Bürger vorgeworfen, verantwortungslos mit Lebensmitteln umzugehen.

Ein Blick auf die Zahlen, die auf der Homepage präsentiert werden, zeigt allerdings, dass die komplette Kamapgne auf einer einzelnen Studie basiert. Nämlich jene Studie, die ich schon vor knapp einem Jahr näher unter die Lupe genommen habe.

Das Problem an dieser Studie? In den 82 kg, die wir Bürger angeblich jedes Jahr wegwerfen, sind solch leckeren Dinge enthalten, wie sie auf meinem Beitragsbild zu sehen sind: Obst- und Gemüseschalen und sonstige organische Abfälle, die in einem Privathaushalt so anfallen.

Keine Sorge, liebe Leser, sie sind nicht verantwortlich für eine Lebensmittelverschwendung und der deutsche Bundesbürger verschwendet auch nicht so viele Lebensmittel. Letzten Endes ist es nicht so ohne weiteres möglich, die genaue Menge zu erfassen, die im Müll landet. Details, warum die Studie nicht zu diesem Ergebnis kommt, zeige ich in meinem Beitrag vom letzten Jahr.


Warum nur?

Die Frage stellt sich mir natürlich, denn die einzige Geldverschwendung, die ich entdecken kann, ist die des Staates, der so viel Geld in eine Kamapgne steckt.

Was genau dahintersteckt, verrät eine Nachricht von Foodwatch. Denn Lebensmittel werden durchaus verschwendet, aber eben nicht hauptsächlich von uns Bürgern, sondern vom Handel und der Industrie. Und hier sollte die Politik ansetzen.

Warum gibt es bloß nicht auch in Deutschland ein Gesetz wie in Frankreich, dass die Entsorgung von Lebensmitteln verbietet? Und zwar für den Handel. Warum dürfen abgelaufene Waren in den Supermärkten nicht verschenkt, sondern müssen entsorgt werden? Im gleichen Atemzug wird dem Bürger aber vorgeworfen, dass er genau das (angeblich) macht.

Ich stimme hier voll und ganz der Verbraucherorganisation zu (was ich nicht immer tue):
"Die Strategie ist arglistig: Uns Verbraucherinnen und Verbrauchern wird auf diese Weise ein schlechtes Gewissen gemacht. Wir sind schließlich die Hauptschuldigen! Und vor lauter Selbstanklage sollen wir wohl gar nicht mehr genau hinsehen - geschweige denn von der Politik die wirklich nötigen Schritte einfordern." (Zitat von Foodwatch)

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